Kosten und Potentiale

Die Gesamtkosten der Krankenhäuser beliefen sich laut Statistischem Bundesamt 2005 auf ca. 64 Mrd. €. Davon entfielen rund 56,8 Mrd. € auf stationäre, der Rest auf ambulante Behandlungen, sowie Verwaltungsaufgaben. Für die Kliniken sind die Personalkosten mit 65,3% (41,8 Mrd. €) der Gesamtkosten ein großer und entscheidender Posten mit großem Einsparpotential. Es hat sich auch gezeigt, dass die Einkommens­erhöhungen, die die Ärzte erstritten haben, Personalabbau zur Folge hat. Die Kliniken wollen damit die Mehrkosten auffangen.*

Die Personalkosten der Krankenhäuser gliedern sich wie folgt:

Personalkostenaufteilung in %

Aufteilung der Personalkosten der Krankenhäuser in Deutschland in % (2005)
PlegedienstÄrztlicher Dienst
Medizinisch-technischer FunktionsdienstWirtschafts- und Versorgungsdienst
VerwaltungSonstige Dienste
Quelle: www.dkgev.de


Neben dem Prozess- und Personalkostenbereich ist auch die Beschaffung dafür geeignet, Einsparpotentiale zu realisieren, da die Sachkosten mit ca. 22,2 Mrd. € einen Anteil von 34,7% an den Gesamtkosten haben (Gliederung der Sachkosten siehe Grafik).

Sachkostenaufteilung in %
Aufteilung der Sachkosten der Krankenhäuser in Deutschland in % (2005)
Medizinischer BedarfWirtschaftsbedarf
LebensmittelVerwaltungsbedarf
Wasser, Energie, BrennstoffeSonstiges
Quelle: www.dkgev.de


In der Veränderung der folgenden Punkte sind mögliche Verbesserungspotentiale zu sehen, welche die Situation der Krankenhäuser verbessern könnten:

Vielzahl von Prozessketten, die unkoordiniert ablaufen und intransparent sind
Fehlendes Logistikmanagement, Logistikcontrolling und fehlende Prozesskosten
unzureichende Informations- und Kommunikationssysteme für die Leistungserstellung und das Controlling entlang der Wertschöpfungskette
unzureichende Kostentransparenz
fehlende Systemintegration und Abbildung der Beziehungen zwischen den Krankenhäusern und den Lieferanten
mangelnde Nutzung von elektronischen Beschaffungs- und Auftragsabwicklungssystemen
unzulängliche Bildung von Logistik-Zentren zur direkten Versorgung von Partnerverbünden und damit der Verzicht auf die Erhöhung der Marktmacht
das Bestehen von manuell gesteuerten Prozessen bei der Beschaffung und der Entsorgung mit hoher Fehlerquote
fehlende Vorgaben von standardisierten Produktkatalogen
unwirtschaftlicher Bezug vieler Produkte von unterschiedlichen Lieferanten
ineffektive Lagerortkonzepte
Terminplanung für medizinische Untersuchungen, sowie OP-Termine
Wenig standardisierte Prozesse


* Quelle: http://gesundheitspolitik.verdi.de/

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